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Geschichte und Reiseinformationen zu Portugal
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Die Portugiesische Republik (República Portuguesa) ist ein Staat im Westen
der iberischen Halbinsel. Er wird im Westen und Süden vom Atlantischen
Ozean, im Osten und Norden von Spanien begrenzt. Daneben gehören zum
portugiesischen Staatsgebiet die Inselgruppe der Azoren sowie Madeira.
Westlich der Hauptstadt Lissabon liegt Cabo da Roca, der westlichste
Punkt des europäischen Festlandes.
Der Name Portugal entstammt dem Namen der Siedlung Cale im Delta des
Flusses Rio Douro. Cale könnte ein griechisches Wort sein (Kalles =
schön) und sich auf die Schönheit der Natur im Norden des heutigen
Portugal beziehen, die die Griechen damals kolonisierten. Andere
Historiker meinen, dass Cale phönizischen Ursprungs ist, da die
Phönizier Portugal in der Zeit vor den Römern besiedelten. Als das
heutige Portugal zum Römischen Imperium gehörte, wurde Cale ein
wichtiger Hafen, in Latein Portus Cale. Im Mittelalter wurde Portus
Cale zu Portucale, später Portugale, wobei dieses Wort im 7. und 8.
Jahrhundert nur die nördlichen Teile des Landes bezeichnete, also die
Region zwischen den Flüssen Rio Douro und Rio Minho. Andererseits
verkürzte sich der Name Portus Cale zu Porto, der zweitwichtigsten
Stadt, die sich deshalb voller Stolz als Namensgeber des Landes
bezeichnet.
Frühgeschichte bis Antike
Die Vor- und Frühgeschichte des Landes entspricht weitgehend der
Entwicklung in den anderen Regionen der Iberischen Halbinsel. Ab 2000
v. Chr. wandern die Iberer wahrscheinlich aus Nordafrika ein. Ab 1200
v. Chr. werden von den Phöniziern und ab 700 v. Chr. von den Griechen
Kolonien gegründet. Ab 600 v. Chr. wandern Kelten ein, die sich mit den
Iberern vermischen (sog. Keltiberer). Zu diesen gehört auch der Stamm
der Lusitaner,(Viriato
(http://groups.msn.com/Loriga/viriatolusitanianhero.msnw)) der im
Lateinischen namensgebend für das Land werden soll.
Ab 450 v. Chr. wird das Gebiet von Karthago erobert und im Ergebnis des
Zweiten Punischen Krieges an Rom abgetreten. Von den Römern wird es
unter dem Namen Lusitania(Portugal) zum Teil als eigenständige Provinz
verwaltet. Die römische Herrschaft endet in der Völkerwanderungszeit,
Sueben (ab 409) und vor allem Westgoten (ab 416) gründen ihre Reiche
auf dem Gebiet des späteren Portugals.
Maurische Herrschaft bis Kolonialmacht Portugal
Im Jahre 711 erobern die Mauren das Land, Portugal wird Teil des
Kalifats von Cordoba, Herrschaft der Almoraviden. Von Asturien aus
nimmt der Gotengraf Pelagius (Don Pelayo) im Jahre 722 die christliche
Reconquista auf, die Mauren werden bis 1492 sukzessive von der
iberischen Halbinsel vertrieben. Portugal wird als eigenständige
Grafschaft bereits im 11. Jahrhundert gegründet; diese fällt 1093 an
Heinrich von Burgund, den Stammvater der ersten portugiesischen
Königsdynastie.
Unter Heinrichs Sohn und Nachfolger Alfons I. erlangt das Land 1143
seine Unabhängigkeit, Alfons nimmt den Königstitel an. Die Burgunder
herrschen bis 1383 in Portugal, 1211 wird das erste Ständeparlament
(Cortes) einberufen, 1250 ist die Reconquista in Portugal mit der
Eroberung der Algarve abgeschlossen, 1256 wird die Hauptstadt nach
Lissabon verlegt.
1383 stirbt das Haus Burgund in Portugal aus, ein nichtehelicher
Abkömmling, Johann von Avis ruft sich zum König aus, kann kastilische
Ansprüche auf den portugiesischen Thron in der Schlacht von Aljubarrota
(1385) abwehren und gründet die zweite portugiesische Dynastie, das
Haus Avis. Die Avis-Könige (besonders unter Emanuel I. - er herrschte
von 1495 bis 1521) führten das Land zu höchster Blüte, Portugal steigt
zur führenden Handels- und Seemacht auf, erwirbt Kolonien in Brasilien,
Afrika, Arabien, Indien und China, das Land ist Weltmacht und reichste
Nation Europas (siehe auch Heinrich der Seefahrer). Auch kulturell
kommt es zu einer Blütezeit (Luís de Camões).
1580 stirbt das Haus Avis aus, Portugal fällt aus dynastischen Gründen
an die Habsburgerherrscher Spaniens. Bis 1640 herrschen die Spanier,
Portugal verliert seine Unabhängigkeit, sinkt zur spanischen Provinz
herab, verliert Teile seines Kolonialreiches. 1640 führt der Herzog von
Braganza eine Adelsrevolte gegen die spanische Herrschaft an und ruft
sich als Johann IV. zum König aus. Er gründet die vorletzte
portugiesische Dynastie, das Haus Braganza. Außen- und
wirtschaftspolitisch gerät das Land in immer größere Abhängigkeit von
England (Methuenvertrag, 1703). 1755 vernichtet ein Erdbeben große
Teile der Hauptstadt Lissabon, der Marquês de Pombal baut die Stadt
wieder auf und formt das Land mit zum Teil drastischen Methoden zu
einem aufgeklärt absolutistischen Staat um. 1807 besetzen napoleonische
Truppen das Land, die königliche Familie flieht nach Brasilien. Nachdem
die Franzosen mit britischer Hilfe vertrieben wurden, kommt es zu
liberalen Revolution, das Land erhält zum ersten Mal in seiner
Geschichte eine Verfassung (1821). Der sich anschließende Kampf
zwischen Anhängern des Absolutismus und Befürwortern einer
konstitutionellen Monarchie wird erst durch den Sieg der letzteren im
Miguelistenkrieg entschieden. Ebenfalls 1821 erlangt Brasilien unter
Kaiser Peter I. seine Unabhängigkeit.
Endphase der Monarchie bis Estado Novo
Die Zeit nach Ende des Miguelistenkrieges wird von der
Auseinandersetzung zwischen Rechts- und Linksliberalen (Cartisten und
Setembristen) geprägt. 1853 stirbt mit Königin Maria II. das Haus
Braganza in direkter Linie aus, über die Ehe der Königin mit Ferdinand
II. von Sachsen-Coburg-Gotha übernimmt der portugiesische Zweig dieses
deutschen Adelshauses den Thron (bis 1910). Die Endphase der Monarchie
ist durch eine allgemeine Schwäche des Landes, wirtschaftliche Probleme
(Staatsbankrott 1891) und zunehmende republikanische Aufstände geprägt.
1908 wird der König (Karl I.) und der Thronfolger bei einem Attentat
getötet, 1910 die Republik ausgerufen.
Im März 1916 tritt das Land auf Seiten der Entente in den Ersten
Weltkrieg ein. Portugal mobilisiert bis zu 100.000 Soldaten, von denen
ca. 7.000 bis zum Ende des Krieges fallen. Die sog. erste Republik (bis
1926) ist durch anarchisch chaotische Zustände gezeichnet,
monarchistische und kommunistische Aufstände, Putschversuche (u.a. des
Sidónio Pais, 1917), schwache, häufig wechselnde Regierungen ohne
parlamentarische Mehrheit und eine allgemeine politische Instabilität
kennzeichnen die Situation.
1926 putscht das Militär und beendet die erste Republik. Unter den
Militärs steigt jedoch ein Zivilist, António de Oliveira Salazar, ab
1928 Finanzminister, ab 1932 Ministerpräsident, zu höchster Macht auf.
Er gründet ab 1933 den "Estado Novo", den neuen Staat, ein autoritäres
Gebilde mit faschistischen Tendenzen, komplett mit Einheitspartei
(Nationale Union), Staatsjugend und Geheimpolizei (PIDE). Im Zweiten
Weltkrieg bleibt das Land neutral, erlaubt aber den Alliierten die
Einrichtung von Militärbasen auf den Azoren und tritt nach Ende des
Krieges der NATO bei. Ab 1960 beginnt der Kolonialkrieg, der besonders
in Afrika (Angola, Mosambik, Guinea-Bissau) mit großer Härte geführt
wird. 1968 muss Salazar wegen gesundheitlicher Probleme zurücktreten,
sein Nachfolger, Marcello Caetano, kann sich jedoch nicht zu
grundlegenden Reformen entschließen. Durch den Kolonialkrieg ist
Portugal außenpolitisch zunehmend isoliert, die Kosten des Krieges
führen zu steigender Staatsverschuldung und Inflation. Führende
Militärs erkennen, dass der Kolonialkrieg militärisch für Portugal
nicht zu gewinnen ist; wegen der Unfähigkeit der Regierung, eine
politische Lösung des Problems zu finden, putschen sie schließlich
1974. Eine allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Diktatur,
durch die einsetzende Wirtschaftskrise (hervorrgerufen durch die erste
Ölkrise 1973) noch verstärkt, führt dazu, dass sich die Bevölkerung
massenhaft mit den putschenden Offizieren solidiarisiert, es kommt zu
einer allgemeinen Volkserhebung, der Nelkenrevolution, die den Estado
Novo beendet. Die neuen Machthaber entlassen die portugiesischen
Kolonien in die Unabhängigkeit (1974/1975). Dies bedeutet das Ende des
jahrhundertealten portugiesischen Kolonialreiches.
Nelkenrevolution bis EU-Beitritt
Die erste Phase nach der Revolution ist geprägt von der
Auseinandersetzung zwischen einer eher konservativen Strömung (General
Spínola) und einem sozialistischen Flügel (Hauptmann Otelo), innerhalb
des MFA (Movimento das Forças Armadas - Bewegung der Streitkräfte), der
Vereinigung der putschenden Offizieren. Zunächst sah es so aus, als
wenn die sozialistische Strömung obsiegen würde, es kam zu
Verstaatlichungen und Landreform, die neue Verfassung von 1976
definiert den Übergang zum Sozialismus als Staatsziel.
Als sich jedoch bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach der neuen
Verfassung 1976 der gemäßigtere General Eanes überraschend deutlich
gegen Hauptmann Otelo durchsetzen kann, sind die Weichen für eine
Rückkehr des Landes zu einer parlamentarischen Demokratie
westeuropäischen Zuschnitts gestellt. Eanes und der Vorsitzende der
Sozialistischen Partei Mário Soares (Regierungschef von 1976 bis 1978
und 1983 bis 1985, Staatspräsident von 1986 bis 1996) führen das Land
schließlich in die Europäische Gemeinschaft (Beitritt 1986).
Geographie und Natur
Der Norden Portugals hat ein relativ kühles und feuchtes Klima und
besteht aus zwei traditionellen Provinzen bzw. Landschaften: Der Minho
im Nordwesten gehört zu den am dichten besiedelten Gegenden des Landes,
wobei Großstädte nur an der Atlantikküste liegen, im Landesinneren
liegen jedoch viele Kleinstädte und Dörfer. Der Minho wird wegen seines
Klimas und der vergleichsweise üppigen Vegetation als der grüne Garten
Portugals bezeichnet. Auf den Hängen der zahlreichen Flusstäler wird
vor allem Wein angepflanzt, die zum berühmten Portwein und dem Vinho
Verde weiterverarbeitet werden. Daneben gedeihen viele Gemüsesorten.
Die natürliche Vegetation ist eine Mischung aus der Flora der
gemäßigten Klimazone und der subtropischen Flora, je nach Höhenlage
gibt es Eichen oder Kastanien bzw. Pinien und Olivenbäume.
Im Nordosten liegt Trás-os-Montes (Hinter den Bergen). Dies ist die dem
Meer abgewandte Seite Nordportugals, die sehr gebirgig ist und deshalb
sehr kalte Winter und sehr heiße Sommer hat. Die Vegetation ist
bedeutend weniger üppig als im Minho und sie fällt umso spärlicher aus,
je mehr man sich der Grenze zu Spanien nähert. Beiden Provinzen ist
gemein, dass ihre Gebirgsmassive, wie z. B. Marão oder Peneda-Gerês von
zahlreichen Flüssen, wie der Rio Minho (Grenzfluss zu Spanien) oder der
Rio Douro, durchschnitten werden. Im Norden Portugals liegt der
Nationalpark Peneda-Gerês, das bedeutendste Schutzgebiet des Landes.
Dort existieren noch Restbestände naturbelassener Wälder, in denen sich
insbesondere die immergrüne Steineiche findet. Bedeutende Städte des
Nordens sind Porto, Vila Nova de Gaia, Matosinhos, Braga, Vila Real und
Bragança.
Mittelportugal ist größtenteils hügelig bis gebirgig und hat mit der
Serra da Estrela ein bedeutendes Gebirge mit Skigebiet. Die wichtigsten
Landschaften sind die Beira, der Ribatejo (die Tejo-Ebene mit Beinamen
Garten Lissabons), die Estremadura sowie die Mündung des Tejo in den
Atlantik. Die gesamte Region ist sehr fruchtbar und hat ein für den
Weinanbau optimales Klima, so dass die Tradition des Weinbaus hier bis
zu den Römern zurückreicht. Daneben werden Getreide, Reis, Sonnenblumen
und Gemüse angebaut. Die Region wird durch den Tejo zweigeteilt.
Überschwemmungen, die früher den Ribatejo regelmäßig heimsuchten,
kommen seit dem Bau zahlreicher Staudämme nicht mehr vor. Die
wichtigsten Städte Mittelportugals sind Lissabon, Aveiro, Amadora,
Almada, Seixal, Cascais, Coimbra, Viseu, Guarda, Leiria, Castelo
Branco, Covilhã, Setúbal sowie Santarém.
Tierwelt
Die Tierwelt Portugals unterscheidet sich nur unwesentlich von der
Spaniens. Vereinzelt leben hier noch Wölfe; der nur auf der iberischen
Halbinsel verbreitete Pardelluchs ist dagegen in Portugal nahezu
ausgestorben, nur noch selten werden Einzeltiere angetroffen, die
vermutlich über die Grenze mit Spanien eingewandert sind. Ansonsten
finden sich Wildkatzen, Füchse, Wildschweine, Hirsche, wilde Ziegen
sowie Wildkaninchen. Da Portugal auf der Zugvogelroute nach Afrika
liegt, lassen sich zahlreiche Vögel beobachten, darunter insbesondere
im Süden auch Flamingos; Steinadler leben und jagen in den
Küstengebieten. Im Landesinneren kommen auch verschiedene Schlangen und
Skorpione vor.
Bevölkerung
Portugal ist, jedenfalls bezogen auf die alteingesessene Bevölkerung,
in sprachlicher, ethnischer und religiöser Hinsicht ein sehr homogenes
Land. Die portugiesische Sprache wird im ganzen Land gesprochen, und
nur in den Dörfern von Miranda do Douro wird ein dem Asturischen
zugeordneter Dialekt (Mirandes) gesprochen, der als Minderheitensprache
anerkannt wird. Die überwiegende Mehrheit der Portugiesen bekennt sich
zum römisch-katholischen Glauben.
Aus anthropologischer Sichtweise sind die Portugiesen ein Mischvolk,
welches sich aus den Nachkommen der Iberer, der Urbevölkerung der
iberischen Halbinsel, sowie den Nachkommen der römischen, gotischen,
suebischen und maurischen Invasoren zusammensetzt. Der maurische
Einfluss ist in Portugal stärker als in anderen europäischen Ländern.
Nach der Reconquista wurden die Mauren teils vertrieben, zum größten
Teil jedoch versklavt, sie vermischten sich später mit der Bevölkerung
und hatten einen großen Anteil an der Blüte von Handwerk und
Landwirtschaft im frühen Mittelalter.
Für lange Zeit war Portugal ein Auswanderungsland; wichtige Zentren der
portugiesischen Kultur gibt es vor allem in Frankreich, wo allein 600
000 Portugiesen leben, aber auch in vielen anderen Staaten.
Andererseits war Portugal schon während der Unabhängigkeitskriege
seiner Kolonien Zielland für Einwanderer aus den kolonisierten
Regionen. Seit dem Beitritt Portugals zur Europäischen Union und dem
damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Wandel ist Portugal
verstärkt zu einem Einwanderungsland geworden, wobei die
Herkunftsländer der Zuwanderer vor allem in Afrika (Angola, Kap Verde),
Südamerika (Brasilien) sowie Osteuropa (Russland, Ukraine, Moldawien)
liegen.
Ende 2003 lebten etwa 250 000 ausländische Staatsangehörige in
Portugal. Diese stammen zu mehr als der Hälfte aus anderen
portugiesischsprachigen Ländern, sind meist katholischen Glaubens und
haben auch einen ähnlichen kulturellen Hintergrund. Etwa ein Viertel
der Ausländer, die in Portugal leben, sind Europäer - teils sind sie
Dauerurlauber, die in Portugal ihre Pension verbringen, ein gewichtiger
Anteil sind jedoch auch Rückkehrer, also Portugiesen, die aus Portugal
ausgewandert waren und mit fremder Staatsbürgerschaft zurückgekehrt
sind. Somit kennt Portugal das Phänomen, Zuwanderer mit komplett
unterschiedlicher Sprache und Kultur integrieren zu müssen wie etwa
Deutschland, nicht. Auf zehn Portugiesen kommt statistisch gesehen ein
Bürger nicht-portugiesischer Herkunft (viele davon mittlerweile mit
portugiesischem Pass).
Die ausländische Bevölkerung lebt zu mehr als der Hälfte in Lissabon,
davon abgesehen konzentriert sie sich auf die Stadtgebiete an der
Küste. Im Hinterland liegt der Anteil bei unter 0,5%.
Die dichteste Besiedelung weist ein Küstenstreifen von der spanischen
Grenze im Norden bis in die Gegend um Lissabon auf. Während in diesem
Streifen 70% der Bevölkerung leben, sind das Hinterland und der Süden
Portugals sehr dünn besiedelt. Mehr als 10% der Bevölkerung entfällt
auf zwei Städte (Lissabon und Porto), während mehr als die Hälfte in
Orten unter 2000 Einwohnern lebt. Der Trend geht jedoch auch in
Portugal in Richtung Verstädterung.
Innerhalb Portugals gibt es starke Migrationsbewegungen, wobei die
Wanderungsbewegungen aus den Regionen des Hinterlandes in Richtung der
Zentren von Industrie (Lissabon, Porto) und Tourismus (Algarve, Madeira
und Azoren) gehen.
Musik
Die wichtigste Musikform Portugals ist der Fado, der sehr melancholisch
sein kann und deshalb teilweise für das Klischee der melancholischen
Portugiesen (gegenüber den temperamentvollen Spaniern) verantwortlich
ist. Diese Musik geht eng einher mit saudade (etwa: Sehnsucht), und ist
wahrscheinlich durch die Vermischung der Lieder von portugiesischen
Seefahrern mit den Rhythmen afrikanischer Sklaven entstanden. Hierbei
unterscheidet man zwei Stilformen, nämlich den Fado von Lissabon und
jenen von Coimbra. Amália Rodrigues war die bedeutendste
Fado-Künstlerin, nach ihrem Tod sind mehrere neue Künstler aus ihrem
Schatten getreten und bringen neue Formen des Fado hervor, die
teilweise nur noch die saudade mit dem ursprünglichen Fado gemein
haben. In den früheren Kolonien Portugals hat sich der Fado ebenfalls
verbreitet und sich zur kap-verdischen Morna einer Cesária Évora und
zum brasilianischen Choro weiterentwickelt.
Aus der Zeit des faschistischen Estado Novo unter Salazar stammt eine
Liedermachertradition. Bekannteste Vertreter dieser Protestbewegung
sind José Afonso (häufig Zeca genannt) und Sérgio Godinho. Von José
Afonso stammt die Interpretation des Liedes Grândola, Vila Morena,
welches das Startzeichen zur Nelkenrevolution gab.
Im Popmusik-Genre hat sich in Portugal der Hip Hop Tuga entwickelt, der
eine an Portugal adaptierte Version des Hip Hop ist und unter den
Jugendlichen sehr populär ist.
Jede Region Portugals besitzt ihren eigenen Folklorestil (Ranchos
Folclóricos). Die portugiesische Musik- und Tanztradition hat sich in
Brasilien mit den Traditionen der Sklaven aus dem heutigen Angola zur
Samba gemischt und ist auch in Portugal sehr populär. Unter
angolanischen Einwanderern ist auch Kuduro, eine Art harter, sehr
sinnlicher Samba mit schnellem Rhythmus, sehr beliebt, Kizomba ist ein
ähnlicher Tanzrhythmus mit etwas weniger Popularität.
Volksfeste
Im Juni finden in ganz Portugal Feste zu Ehren der drei Volksheiligen
(Santos Populares) statt. Diese drei Heiligen sind Antonius, Johannes
und Petrus. Gefeiert wird mit Wein, água-pé (Most), traditionellem Brot
mit Sardinen, Straßenumzügen und -Tänzen, Hochzeiten, Feuer und
Feuerwerk sowie viel guter Laune.
Santo António wird in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni gefeiert, vor
allem in Lissabon (wo dieser Heilige geboren wurde und lebte), wo eine
Art Straßenkarneval (Marchas Populares) stattfindet. Es finden auch
Hochzeiten, die Casamentos de Santo António statt. Der populärste
Heilige ist São João (hl. Johannes), für den am Johannistag vor allem
in Porto und Braga gefeiert wird, wobei es Sardinen und Caldo Verde
(eine traditionelle Suppe) gibt und man sich mit Plastikhämmern
gegenseitig auf den Kopf schlägt, was Glück bringen soll. Zu Ehren von
São Pedro wird am 28. und 29. Juni gefeiert, besonders in Póvoa de
Varzim und Barcelos, wobei diese Feste dem Meer gewidmet sind und man
verwendet dabei viel Feuer (fogeiras) und wiederum findet eine Art
Straßenkarneval statt.
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